Bildungsministerin Hasler besucht Klasse mit ukrainischen Kindern und Jugendlichen

Freitag, 25.03.2022

Seit über einem Monat herrscht in der Ukraine Krieg. Das Leid und die Gefahren für die Zivilbevölkerung sind unermesslich. Deshalb sind immer mehr Menschen auf der Flucht. Auch in Liechtenstein gingen seit Kriegsausbruch rund 110 Schutzgesuche aus der Ukraine ein, vorwiegend von Frauen mit ihren Kindern. Bisher sind gemäss den Vereinten Nationen über 3,7 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer in ein anderes Land geflüchtet. Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine in Europa auf bis zu acht Millionen erhöhen könnte.

Eine grosse, solidarische Aufgabe

Derzeit sind sechs Kindergartenkinder direkt in die Regelkindergärten in Schaan und Vaduz integriert.  Zwölf weitere Kinder und Jugendliche aus der Ukraine im Alter zwischen acht und 15 Jahren in Balzers in einer IK-DaZ-Klasse unterrichtet. Der Intensivkurs «Deutsch als Zweitsprache» (IK DaZ) ist eine der Massnahmen, um neu eingereiste Kinder und Jugendliche im Schulsystem aufzunehmen. Der Intensivkurs ist seit vielen Jahren erfolgreich im Einsatz. Bildungsministerin Dominique Hasler machte sich bei einem Besuch in Balzers selbst ein Bild vor Ort. Während des Treffens am Freitagnachmittag, 25. März besuchte Hasler den Unterricht, tauschte sich mit den Kindern aus und besprach mit der Schulleitung und der Lehrperson die ersten Erfahrungen.

«Wir sehen diese unfassbaren Bilder des Krieges täglich in den Medien und können wohl nur erahnen, was diese Kinder und Jugendlichen durchmachen mussten. Deshalb ist essentiell, dass wir den Kindern hier ein geschütztes Umfeld und ein Stück Normalität bieten können», hält Dominique Hasler fest. «Es ist ergreifend zu sehen, wie die Kinder und Jugendlichen bereits nach wenigen Tagen mit vollem Engagement im Unterricht dabei sind.» Die Erfahrungen und Erkenntnisse sind für die weitere Planung extrem wertvoll. «Wir können zum heutigen Zeitpunkt nicht abschätzen, wie viele zusätzliche Schülerinnen und Schüler wir in unseren Schulbetrieb aufnehmen werden», so die Bildungsministerin.

Personen mit Lehrerausbildung gesucht

Je nach Entwicklung des Krieges kann es sein, dass hunderte zusätzliche Schülerinnen und Schüler in unser Bildungssystem integriert werden. Das Ministerium für Äusseres, Bildung und Sport bereitet sich deshalb darauf vor, dass auch eine weitaus grössere Anzahl an Kindern und Jugendlichen unterrichtet werden kann. Dafür werden mit dem Schulamt Lösungen für unterschiedlichen Szenarien erarbeitet.

In den Vorbereitungen hat sich gezeigt, dass in einer ersten Phase genügend Räume für die Unterbringung zusätzlicher Klassen zur Verfügung stehen. Aufgrund der Covid-Pandemie und den damit verbundenen Ausfällen ist die Personalsituation bei Lehrpersonen aber bereits sehr angespannt. Das Bildungsministerium und das Schulamt suchen deshalb aktive und ehemalige Lehrpersonen, welche in Zusammenarbeit mit dem restlichen Team den Unterricht für die geflüchteten Kinder und Jugendlichen gestalten.

Wer über ein Lehrdiplom verfügt und den geflohenen Kindern und Jugendlichen helfen möchte, bitten wir, sich direkt beim Schulamt zu melden: +423 236 67 70 oder info.sa@llv.li.

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